Tobasee

Wir hatten uns dazu entschlossen, noch einen anderen Teil Indonesiens zu erkunden und so reisten wir nach etwas mehr als 24 Stunden wieder ein, was für ein paar extra skeptische Fragen der Immigrationsbeamten sorgte.
Aber schließlich öffneten sie uns die Türen und die Entdeckung Nord-Sumatras konnte beginnen.

Wir suchten uns in der Nacht eine Unterkunft in Medan, der drittgrößten Stadt Indonesiens, was schwieriger war als gedacht, weil die Dichte an Hotels nicht gerade hoch und der Handy-Akku leer war.

Am nächsten Tag organisierte uns das Hotel ein Auto, dass uns gemeinsam mit einigen Einheimischen nach Parapat am Ufer des Tobasees bringen sollte. Solche Shared-Taxis werden bis oben hin vollgestopft und Mitreisende von zu Hause abgeholt, was, bei einem nicht gerade für Pünktlichkeit und Genauigkeit bekannten Völkchen, viel Zeit in Anspruch nimmt. Und so verloren wir auf diese Weise schon über zwei Stunden und mit diversen Pausen, Zu-Hause-Abliefer-Umwegen und Neue-Fahrgäste-Auftreib-Versuchen nochmal einiges an Zeit. Bis wir schließlich den Fahrer aufforderten, uns doch endlich zum Hafen zu bringen, damit wir die letzte Fähre von Parapat nach Tuk Tuk erwischen könnten.

Tuk Tuk ist eine kleine, touristische Halbinsel auf der Insel Samosir im Tobasee inmitten der Insel Sumatra. Kompliziert aber schön.
Danau Toba ist der größte Kratersee der Erde, doppelt so groß wie der Bodensee und dreimal so groß, wenn man die Fläche der Insel Samosir mitzählt. Der Toba, der Ungustl, der für diesen riesigen See verantwortlich ist, hat (vermutlich) den größten Vulkanausbruch der letzten zwei Millionen Jahre auf dem Gewissen. Aber die Aschewolken haben sich schon vor ein paar Jahren verzogen und so konnten wir den See bei tollem Wetter genießen.
Die Temperatur ist unseren Sommern sehr ähnlich, tagsüber heiß und in der Nacht weht eine erfrischende Brise. Und die Luft riecht nach Heimat.

Den ersten Tag verbrachten wir hauptsächlich auf dem Moped und auf steinigen Feldwegen (hier nennt man sie Straßen) bis Arme und Gesäß schmerzten. Dafür sieht man eine Landschaft, wie man sie nicht in Indonesien erwarten würde. Auch jede Menge Kirchen prägen das Bild, die Region besteht hauptsächlich aus Christen.
Während unserer Mittagspause lernten wir eine sehr lustige indonesische Familie kennen, die uns mit Hühner-Nudelsuppe verköstigte und unsere Sprachkenntnisse auf die Probe stellte.
Danach ging es für kurze Zeit runter von Samosir, an das äußere Ufer des Sees, wo heiße Quellen in eine Vielzahl an Pools umgeleitet wurden, um Besucher anzulocken.

Der zweite Tag diente der Entspannung und so befestigten wir die Hängematten am Strand vor unserer Unterkunft und ließen die geschundenen Hintern baumeln. Tuk Tuk wirkte während unseres Besuchs ziemlich verlassen, die kleinen Hütten und Häuschen rund um uns waren alle leer, was uns nur recht war. Der Grund dafür dürfte der, nach wie vor anhaltende, Fastenmonat Ramadan sein. Danach bricht regelmäßig die Hölle los. Aber da waren wir schon längst an einem anderen Ort.

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