Das Haus am Meer

Um auf meinen 18. Geburtstag anzustoßen, trommelten wir feierfreudige Menschen aller Herrenländer zusammen – wir haben es immerhin auf 4 Nationen gebracht – und machten uns auf den Weg zu der Villa am Meer, die wir zu Ostern entdeckt hatten.
Nachdem unser Fahrer (bei Automietung oft inkludiert) am Donnerstag Nachmittag mit fast zwei Stunden Verspätung aufkreuzte, verluden wir Gepäck, Getränke und Lautsprecher, holten Alex und Lisa ab und machten uns an den Großeinkauf. Bier, Salak und andere alkoholische Getränke hatten wir schon im Vorfeld über diverse Dealer unseres Vertrauens organisiert. Ja, es ist wirklich nicht so einfach, hier an Alkohol zu kommen. Eine Übergabe beinhaltete sogar einen silbernen Aktenkoffer. Allerdings in keinem zwielichtigen Hotelzimmer, sondern bei uns zu Hause.

Je näher wir dem Ziel kamen, desto schlechter wurden die Straßen, bis uns das Navi auf eine Straße leitete, die diesen Namen nicht verdient hat. Zwischenzeitlich waren die Verhältnisse so schlecht, dass der Weg bei uns nicht mal als Forstweg durchgehen würde. Für drei Kilometer benötigten wir in etwa eine halbe Stunde. Aber am Ende erreichten wir die Villa wohlbehalten (für das Auto kann ich nicht sprechen).
Dann wurde erstmal ordentlich gegrillt. Schließlich waren wir die letzten, hatten das ganze Essen und die anderen schon einen Bärenhunger.

Wer den Osterbericht gelesen hat, kennt unsere Unterkunft ja schon und weiß, wie wir sie entdeckt hatten. Aber es ist gleich etwas ganz anderes, wenn man es sich dort gemütlich machen kann, auf der Terrasse frühstücken, im Wohnzimmer kochen oder im Garten grillen kann. Und jedes Zimmer hat Meerblick. Ein Glück, dass die Vermarktung eher unterdurchschnittlich verläuft, die Villa daher nicht wirklich online zu finden ist und die Preise dementsprechend niedrig sind.

Die einzigen Nachbarn sind ein paar Rinder, Hühner und eine kleine Siedlung zwischen den Hügeln hinter dem Haus.

Gegen Mittag starteten wir eine Entdeckungstour zur anderen Seite der Bucht, umrundeten dabei einen Felsen und mussten wegen höherer Wellen als bei Ebbe sonst üblich unsere Kletterkünste unter Beweis stellen.

Aja, wer schon keine Wellenbilder mehr sehen kann, der sollte besser gleich umschalten. Es gibt nämlich wieder ein paar neue.

Zum Ausgleich ein paar Menschenbilder.

Am Abend wurde dann in meinen Geburtstag reingefeiert. Stellvertretend dafür das Bild einer Melone.

Am nächsten Tag lebte ich wie ein echter Jäger und Sammler. Zum Frühstück öffnete ich mit dem Küchenmesser eine (junge) Kokosnuss, die Anna zuvor mithilfe von etwas Bargeld gesammelt hatte. Kurz darauf fiel eine sehr reife Kokosnuss von der Palme, die noch schwerer zu öffnen war. Als das Messer bei der inneren, harten Schale angekommen war (so kennt man die Kokosnuss bei uns), musste ein Ziegelstein herhalten, der kurz darauf den Geist aufgab und gegen eine Steinstufe ausgetauscht werden musste. Im Gegensatz zur jungen Kokosnuss, die hauptsächlich Kokoswasser enthält, besteht die reife Variante aus mehr und härterem Fruchtfleisch.
Zwischen dem Kokosnussknacken entdeckten wir einen Waran, der am Strand auf der Suche nach Fressbarem auf und ab schlenderte. Obwohl ich mich mit GoPro und Kamera in etwa eine Stunde auf die Lauer legte, um ein gutes Bild schießen zu können, war die Jagd nur mäßig erfolgreich – trotz leckerem Hähnchenflügel als Köder. Manchmal wäre ein Zoom-Objektiv schon praktisch.
Am Nachmittag sollten dann Fische und Krebse den Weg in präparierte Plastikflaschen finden. Auch das verlief mäßig erfolgreich.

So stärkten wir uns mit den Überresten vom Vortag und kletterten auf einen nahegelegenen Hügel, um den Sonnenuntergang zu genießen. Das war dann erfolgreich. Sogar Internet hatten wir ein wenig und so konnte ich die ersten Glückwünsche empfangen und beantworten. Wie es sich für einen ordentlichen Geburtstag gehört.

Am Rückweg klopften wir an die Tür einer kleinen Hütte und wurden gleich ins geräucherte Innere geführt, wo wir uns zwei lange Fische aussuchten, die anschließend auf dem Grill landeten. Auf die Hütte wurden wir am Hinweg von deren Bewohnern aufmerksam gemacht, die verführerisch mit einem Riesenexemplar des besagten Fisches (Hornhecht?) winkten.

Zum Ausklang noch ein paar Langzeitbelichtungen und der Tag war ein voller Erfolg.

War bis jetzt alles reibungslos abgelaufen, so wurden wir am Tag unserer Abreise wieder auf den Boden der indonesischen Tatsachen zurückgeholt. Als wir unsere Autovermietung anriefen, um die Nummer der Fahrer zu erfragen und uns noch einmal zu versichern, dass diese auch zu uns finden, wurde uns erklärt, dass keine Fahrer kommen würden, da wir die Anzahlung nicht gemacht hätten. Wie wir das von einem abgelegenen Strand aus machen hätten sollen und warum uns das nicht vorher gesagt wurde, konnte uns niemand erklären. Und ändern lässt sich daran ohnehin nichts mehr. Auch das ist Indonesien. Und die Autovermietung ist nicht mal im Internet vertreten, sodass man sie schlecht bewerten könnte. Meinen Nerven zu Liebe beende ich den Bericht darüber besser und füge nur noch schnell hinzu, dass wir Yogya noch am selben Tag erreichten. Dank Ponpon, der indonesischen Freundin unseres Mitbewohners, die mithilfe der Haushälterin der Villa zwei Fahrer aus der Umgebung auftrieb. So befanden wir uns am Ende schneller und nicht viel ärmer auf dem Rückweg von einem gelungenen Wochenende.
Zum Abschluss noch ein Bild zur Beruhigung.

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4 thoughts on “Das Haus am Meer

  1. superschöne Landschaft, nette Leute und gutes Essen. Scheint wirklich ein gelungener Geburtstag gewesen zu sein !! Hätte gerne mitgefeiert 😉

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