Ostern

Am Oster-Wochenende machten wir uns dieses Jahr nicht auf die Suche nach Eiern und Nestern sondern nach dem perfekten Strand. Am Ostermontag haben wir ihn endlich gefunden.

Zu diesem Zweck ging es Gründonnerstag nachmittags mit dem Kleinbus nach Pacitan. Der Bezirk liegt holprige 3 Stunden östlich von Yogyakarta an der Südküste Javas. Für in etwa 5€ wird man vor der Haustüre abgeholt und an einem beliebigen Ort in Pacitan wieder freigelassen. Für diesen Preis bekommt man in Wien oder München gerade mal zwei Einzeltickets und kann noch nicht einmal von Henndorf nach Salzburg fahren. Dafür kann Ostern in Indonesien auch unbemerkt an einem vorüber gehen, wenn man nicht aktiv danach sucht. Und das haben wir dann auch getan.

So haben wir gleich am ersten Abend ein paar “Osterfeuer” gefunden.

"Osterfeuer"

Unser Karfreitagsstrand (Pantai Watu Karung) war schon mal ein gelungener Start. Ein paar Meter den Strand entlang und die Selfie-Jäger wurden immer weniger. Guter Anfang. Aber da geht noch was.

Am Samstag wurde es am Pantai Srau noch besser. Wir ließen unser Moped am letzten der drei befahrbaren Strände stehen und schlugen uns ein kurzes Stück durch den Wald um einen Felsen herum. Auf der anderen Seite fanden wir eine menschenleere Bucht und einen schattigen Steg. Wie wir später herausfanden, gehört dieser zu einer – doch nicht verlassenen – Villa. Zwei Indonesierinnen luden uns ein, die Villa zu besichtigen und eröffneten uns auch gleich, wieviel ein Zimmer pro Nacht kosten würde. Für eine Villa mit Garten, privatem Strand und Zimmer mit Meerblick sind 26€ ganz in Ordnung. Wir mussten ihnen jedoch mit unseren bescheidenen Sprachkenntnissen – und ein wenig technischer Hilfe – klar machen, dass wir schon eine Unterkunft haben aber gerne die Telefonnummer mitnehmen – man weiß ja nie. Bevor wir uns wieder an den Strand legten, versorgten uns die beiden Damen noch mit einer Portion Mie Goreng (Nudeln) und so konnten wir auch den Nachmittag noch ohne Kontakt zur bewirtschafteten Außenwelt überleben.

Am Ostersonntag wurde es dann etwas kälter auf dem Strand-Such-Radar. Während zu Hause Nesterl und Eier gesucht und gefunden wurden, irrten wir am Strand von Pacitan umher, auf der Suche nach Schatten und Surfbrett-Verleihen. Letzteres war gar nicht zu finden, was uns stark verwunderte, schließlich sollten Pacitan und die umliegenden Strände ein wahres Surfer-Paradies sein. Schatten gab es hauptsächlich unter angelegten Baumreihen inmitten von Horden indonesischer Touristen, die uns gnadenlos begafften. Auf der Suche nach einer Alternative stießen wir auf einen Wasserpark, der nach eigenen Angaben der größte und einzige Wasserpark in Pacitan ist. Der einzige zu sein, hat natürlich seine Vorteile. Es spielt nämlich keine Rolle, wie groß man ist. Und so legten wir dort auch nur eine kurzen Zwischenstopp ein, gönnten uns einen bescheidenen Osterbrunch und setzten unsere Odyssee fort.

Der Vorteil des Strandes von Pacitan ist seine Weitläufigkeit und da Indonesier keine Freunde des Zufußgehens sind, kann man den Menschenmengen leicht entgehen. Und so verließen wir das “Most Fantastic Beach Resort” – das weder die Bezeichnung “Most” noch “Resort” und schon gar nicht “Fantastic” verdient hat – und suchten uns einen anderen Unterschlupf. Zum Glück kam uns bald eine Wolkendecke zu Hilfe und so stürzten wir uns noch eine Zeit lang in die Wellen und machten das beste aus diesem Strand.

Nach dem kleinen Rückschlag am Sonntag wollten wir den verbleibenden halben Montag dazu nutzen, die Gegend zu erkunden, ohne zu weit fahren zu müssen. Dazu suchten wir uns auf gut Glück eine Straße auf Google Maps aus, die in Küstennähe endet und planten, von dort aus einfach quer durch den Wald zu wandern – wie es sich für Orientierungsläufer gehört.
Wir wollten uns schon beinahe vom Zustand der Straße an der Weiterfahrt abhalten lassen, holten dann aber doch noch die letzten Reserven aus unserem Honda Scoopy und parkten am Ende eines Weges – der nicht mehr auf Maps verzeichnet war -neben einem kleinen Haus.
Ein schmaler Pfad führte uns durch Wälder und diverse Felder an den Rand der felsigen Küste. Von dort bot sich ein wunderschöner Blick auf den Indischen Ozean. Das war schon mehr als wir erwartet hatten.

Doch dann setzte sich der Weg weiter fort und wurde immer steiler. Mit jedem Schritt bergab kam das Meer näher und mit der Menge an verlorener Flüssigkeit wurde auch die Hoffnung größer, dass wir tatsächlich einen Weg zum Wasser gefunden hatten. Und plötzlich öffnete sich das dichte Gestrüpp und vor uns lag ein einsamer Sandstrand.

Wir konnten kaum glauben, dass wir mit dem ersten – zufällig ausgewählten – Weg, den einzigen Sandstrand weit und breit (laut Satellitenbildern) gefunden hatten. Menschenleer lag ein mehrere hundert Meter langer Sandstreifen mit Steinen übersät zwischen steilen Felswänden.

Leider war unser Zeitfenster etwas kurz, doch umso intensiver genossen wir die drei Stunden, die uns unsere Entdeckungstour beschert hatte. Dem aufmerksamen Beobachter ist sicher nicht entgangen, dass ich ein Fan von Wellen und Brandung bin. Es macht richtig süchtig, eine Welle nach der anderen zu fotografieren. Es kann schließlich immer noch besser, höher, schöner werden. Und es kommt immer noch eine Welle. Und noch eine. Und noch eine. Eine noch. Und noch eine.

Für alle Freunde des Bewegtbilds habe ich einen kurzen Zusammenschnitt platschender Wellen (und einer nassen Anna) hochgeladen.

https://youtu.be/m6OCoCzqMf4

Und so nahm unsere Ostersuche doch noch ein erfolgreiches Ende. Manchmal zahlt es sich aus, die ausgetretenen Touristen-Pfade zu verlassen und einfach sein Glück zu versuchen.

PS: Wer von euch hat denn eigentlich das Osterei entdeckt? Nicht die Kokosnuss. Kleiner Tipp: Titelbild.

 

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4 thoughts on “Ostern

  1. Hallo ihr Lieben! Sieht ja wunderschön aus! Ich freu mich für euch! Genießt eure Zeit und die vielen neuen Eindrücke!

  2. Hallo, Ihr Zwei! Toll! Natürlich ein Vorteil, dass Ihr Orientierungsläufer seid! Sonst hättet Ihr all das gar nicht entdeckt! Gratulation!

  3. Wunderschön!!! Genießt die Zeit ihr Zwei und weiterhin viele Abenteuer und Entdeckungsreisen.
    Mit den lebendig geschriebenen Geschichten und den tollen Fotos hat man ein bisschen das Gefühl “dabei” zu sein – weiter so 🙂
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Graz

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