Höhle, Fluss & Meer #1

Unser erster Wochenendtrip führte uns von Donnerstag bis Sonntag nach Wonosari – in etwa 40 km südöstlich von Yogyakarta – und weiter an die Strände im Süden – nochmal ca. 30 km. Es klingt vielleicht etwas übertrieben, für so eine Distanz mehrere Tage einzuplanen, schließlich wäre eine 70km-Strecke zu Hause ein lockerer Tagesausflug. Allerdings sind Straßenverhältnisse, Verkehr, Wetter und das Mopedfahren gute Gründe, den Aufenthalt etwas zu verlängern.

Wie zur Bestätigung begrüßte uns gleich zu Beginn unserer Mopedtour ein heftiges tropisches Unwetter. Überflutete Straßen, Windböen aus allen Richtungen und herumfallende, -fliegende und -liegende Äste bremsten uns ein wenig aus. Aber wenn es so losgeht kann es nur besser werden. Nass jedoch wird man trotz Regenponcho – und bleibt es auch.

Nach einer Nacht in Wonosari machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zur Goa (“Höhle”) Pindul. Während der Fahrt tauchte plötzlich ein Indonesier auf seinem Motorrad neben uns auf und hielt uns eine Karte vor die Nase. Er wollte uns klarmachen, dass er vom Marketing der Höhle sei – das stand zumindest auf seinem professionellen Ausweis – und wir ihm folgen sollten. Mit geschultem Misstrauen überlegten wir, uns an der nächsten Kreuzung in die Wildnis abzusetzen und auf anderem Weg zur Höhle zur gelangen. Allerdings hielten wir die Chancen für verschwindend gering, dass 3 weiße Mopedfahrschüler einem Indonesier entkommen könnten und so folgten wir ihm bis zur Höhle. Er wollte uns dann auch prompt zu einem anderen Anbieter weiterleiten, aber der moderne Tourist mit seinem Smartphone ist nicht gut fürs Geschäft.

Bei der richtigen Höhle und dem richtigen Anbieter erhielt jeder seinen Gummischlauch und los ging die wilde Höhlenfahrt. Gemächlich wurden wir von unserem Guide durch die Goa Pindul gezogen. Dabei gab es Stalagmiten, Stalaktiten und diverse Fledermausarten zu sehen. Für die einheimischen Schulgruppen, die in Massen durch die Höhle geschleppt wurden, waren wir aber mindestens genauso interessant. Ein junges Mädchen rief so lange “Miss, Miss”, bis Anna endlich auf sie aufmerksam wurde. “You are so beautiful!” schwärmte sie.
Einen interessanten Job haben dort nicht nur die Guides, sondern auch die Taucher, die im trüben Wasser nach verloren gegangen Sonnenbrillen (warum Leute mit Sonnenbrille in eine Höhle fahren, ist mir ein Rätsel) und anderen Gegenständen fischen.

Für den nächsten Teil – das Tube Rafting – wurden wir auf der Ladefläche eines kleinen Trucks zu einem Fluß chauffiert. Gut durchgeschüttelt ging es wieder in den Schlauch und durch ein paar Stromschnellen den Fluß hinunter. Bei einem kleinen Wasserfall legten wir eine Pause ein und wer wollte, konnte sich von den Felsvorsprüngen in die braune Brühe stürzen. Insgesamt war die Fahrt durch die Höhle und auf dem Fluß etwas touristisch angehaucht, aber durchaus ein schönes Erlebnis in der indonesischen Halbwildnis.

Hier ein schneller Zusammenschnitt:

https://youtu.be/YJTzYIfT8rI

Das Ziel für die folgenden Tage waren die Strände an der Südküste Javas. Mehr dazu in Teil 2.

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