Jetzt ist es langsam an der Zeit, auch mal etwas über Yogyakarta zu schreiben, unsere Heimat in den vergangen 4 1/2 Monaten. Schließlich ist das Semester und das Schuljahr zu Ende und wir kommen nur Mitte August noch einmal kurz zurück, um unser Gepäck zu holen.
Yogya ist an sich keine sehr touristische Stadt mit besonderen Sehenswürdigkeiten, die meisten Besucher bleiben nur sehr kurz hier, während sie sich die Tempel Borobudur und Prambanan ansehen. Und wenn man in einer Stadt lebt, läuft man eben auch nicht immer mit der Kamera am Anschlag herum, vor allem wenn man kaum zu Fuß unterwegs ist. Aus diesem Grund hat es ein wenig gedauert, bis wir genügend Material beisammen hatten, um einen ordentlichen Bericht zusammenstellen zu können. Und ich bin eher dafür bekannt, alles auf den letzten Abdruck zu machen.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Stadt sind der Sultanspalast (Kraton), das Wasserschloss (Taman Sari) und die Malioboro-Straße.
Der Palast hat uns nicht sonderlich begeistert. Verglichen mit Schlössern und Burgen, die wir so kennen und der Erwartung, die man an einen Palast hat, ist diese Herberge eher von der langweiligen Sorte.
Der Wasserpalast war schon etwas ansprechender. Die Anlage diente dem Sultan als Erholungsort. Von einem Turm aus beobachtete der geile Bock gerne seine weiblichen Badegäste, die er nach entsprechenden Kriterien ausgewählt und zum Baden eingeladen hatte.
Die Malioboro-Straße, oder auch scherzhaft Malboro-Street genannt, ist eine sehr belebte und bei Touristen beliebte Einkaufstraße. Noch beliebter ist sie bei Rikscha-Fahrern, Verkäufern von überteuertem Schrott und Leuten die zufälligerweise irgendjemanden im eigenen Heimatland kennen und alle einen tollen Batik-Laden um die Ecke besitzen, den man unbedingt besuchen sollte.
Auf der Malioboro liegt auch der Pasar Beringharjo, ein Basar in dem es Massenweise Kleidung auf engstem Raum zu durchwühlen gibt und in dessen älterem Teil sich ein Markt mit diversen Lebensmitteln, Gewürzen und haufenweise Chilis befindet. Auch nette Leute lernt man dort kennen, die sich zur Abwechslung nicht nur mit einem unterhalten, um irgendetwas loszuwerden.
Was uns in Jogja besonders gut gefallen hat, waren die kleinen Siedlungen entlang des steilen Flussufers. Wir haben sie Flussviertel gennant, haben dazu aber nichts in Reiseführern oder dergleichen gefunden. Ein Spaziergang durch die engen Gassen lohnt sich aber auf jeden Fall. Es verirren sich wohl kaum Besucher in diese Gegend, dementsprechend überrascht aber auch freundlich wird man von den Einheimischen begrüßt.
Von den Brücken bietet sich ein herrlicher Blick auf die Flussviertel, besonders wenn man den richtigen Tag erwischt und der Merapi einen seiner seltenen Gastauftritte hat.
Südlich des Sultanspalastes auf einem der beiden Hauptplätze Yogyas, einem rechteckigen Grasfleck mit zwei Bäumen, spielt sich Tag um Tag ein buntes Spektakel ab. Anstatt sich auf wilden Parties zu betrinken und mit dem anderen oder gleichen Geschlecht zu vergnügen, fahren die Indonesier mit leuchtenden Tretautos um den fußballfeldgroßen Platz. Das mussten wir natürlich auch ausprobieren. War schon ganz nett aber es gibt definitiv lustigere Beschäftigungen für junge Erwachsene – die meisten Kunden sind nämlich keine Kinder. Vor allem weil sie damit offensichtlich nicht einmal Autodrom (Boxauto/Autoskooter) spielen, was man an ihrer Reaktion ablesen konnte, als wir mit unserem Leuchtauto ein Moped von hinten angebummst haben.
Yogyakarta hat nicht besonders viele Aussichtspunkte, deshalb muss man jede Gelegenheit nutzen, sich einen Überblick zu verschaffen. Egal ob vom Dach eines Hotels oder Einkaufszentrums oder aus dem Flugzeug. Schließlich erzählt ein Blick auf die Dächer viel über eine Stadt.
Und zum Abschluss noch ein paar ausgewählte Eindrücke aus diversen Ecken der Stadt. Bei einigen findet sich eine kurze Beschreibung, wenn man über das Bild fährt oder darauf klickt.
Insgesamt hat uns Yogya sehr gut gefallen und uns für die letzten Monate eine gemütliche, freundliche, leckere und spannende Heimat geboten.
















































die Leuchtautos gefallen mir am besten 🙂
Toll, danke für die Stadtführung!