Karimunjawa

Seit wir die Inseln auf Satellitenbildern entdeckt hatten, wollten wir unbedingt einen Abstecher nach Karimunjawa machen. Doch das ist nicht so einfach. Die Inselgruppe nördlich von Java, die momentan noch ein kleiner Geheimtipp ist, wird nur einmal täglich – und an manchen Tagen und in der Regenzeit zum Teil gar nicht – angefahren. Für einen Wochenendtrip ist die Anreise doch etwas lang und mühsam und an den zwei verlängerten Wochenenden, an denen wir bisher versucht hatten, den Ausflug zu organisieren, wurden wir von den Ticketanbietern enttäuscht. Doch nachdem wir so viel gutes über Karimunjawa gehört hatten, mussten wir es einfach versuchen. Wie das Titelbild schon verrät, haben wir es schließlich auch geschafft.

Wie gesagt, die Anreise ist nicht ganz einfach und hinzu kommt die Unsicherheit, ob man überhaupt ein Ticket für die Fähre oder das Schnellboot ergattern kann. Aber wir machten uns am Donnerstag um 23:00 Uhr trotzdem mit einem Kleinbus auf den Weg nach Jepara an der Nordküste Javas. Wir erreichten die kleine Hafenstadt nach einer eher schlaflosen, wackeligen Fahrt gegen 3:30 Uhr und warteten bis 5:00 Uhr, bis der Ticketschalter öffnete.
Aus irgendeinem Grund ist es nicht möglich, die Tickets vorab zu reservieren oder an anderer Stelle zu kaufen. Selbst Reiseanbieter stellen ihre Mitarbeiter zu früher Stunde in die Schlange, um Tickets für ihre Kunden zu besorgen. Dementsprechend auch der Preisaufschlag.
Aber wir hatten das Rennen gewonnen, waren die ersten in der Reihe und besorgten uns zwei Tickets für die gemütlichere Klasse. Die brauchten wir auch. Um 06:30 legte die Fähre ab und wiegte uns in den wohlverdienten Schlaf.

Die Fahrt dauerte gute 4,5 Stunden und wir kamen einigermaßen erholt auf der Hauptinsel an, die doch ein Stück größer und höher ist, als wir sie uns vorgestellt hatten.
Nach dem Check-in mieteten wir ein Moped, machten uns auf die Suche nach Mittagessen – was im Ramadan nicht ganz so einfach ist wie normalerweise – und fuhren anschließend an einen der wenigen Sandstrände der Insel. Der Großteil ist von Mangrovenbäumen gesäumt.
Dort wurden die neuen Hängematten (ein Geburtstagsgeschenk von Anna) ausführlich getestet.

Nach einer kleinen Inselrundfahrt genossen wir den Sonnenuntergang am Steg vor unserer Unterkunft.

Der Fischmarkt, der uns empfohlen wurde, war ein voller Erfolg. An ein paar kleinen Ständen wurden frische Fische und Krustentiere aus der Umgebung verkauft und gegrillt. Wir entschieden uns für einen bunten Fisch (wir sind ziemliche Experten auf diesem Gebiet) und eine Languste (Hummern sehr ähnlich aber ohne Scheren).

Für den Samstag stand ein Schnorchel- und Inseltrip auf dem Programm. Die erste Station war ein kleines Hai-Reservat vor der Küste der Nachbarinsel. Zur Verbesserung der Hai-Mensch-Beziehung konnte man sich dort die Flossen schütteln und ein paar gemeinsame Runden schwimmen. Die meisten Gäste schlugen das Angebot aber dankend aus. Zum Ärger der hungrigen Haie.

Die Unterwasserwelt wurde in zwei Schnorchel-Tauchgängen erkundet und für gut befunden. Die Korallen waren vielfältiger als bei unseren bisherigen Trips vor Bali und den Gilis. Wir haben zwar diesmal keine Schildkröten entdeckt, dafür aber ein paar Nemos, eine schlecht gelaunte Koralle, zwei Stachelrochen und eine Muräne. Aja – und den bunten Fisch. Ihr wisst schon, den vom Vorabend.

Zwischen dem Schnorcheln strandeten wir auf einer kleinen Insel, auf der wir uns wieder mit gegrillten Fischen stärkten und uns ein bisschen von den Strapazen im und unter Wasser erholten.

Nach dem zweiten Schnorchelgang wurden wir auf einer weiteren Insel abgesetzt um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Zum ersten Mal in unserer Zeit in Indonesien hat es die Sonne bis an den Horizont geschafft und hat sich nicht schon vorzeitig verdrückt.

Wieder früh auf den Beinen nutzten wir den kurzen Sonntag Vormittag noch für einen Strandausflug bevor wir uns auf die lange Heimreise machten. Wir hätten dort definitiv noch ein paar Tage länger bleiben können. Aber die Pflicht ruft. Wir sind eben nicht im Urlaub.

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5 thoughts on “Karimunjawa

  1. Ja, wenn das kein Urlaub ist – wie groß wird erst der Neid werden, wenn bei euch die Arbeit vorüber ist… 😉 Tolle Bilder, unglaublich schöne Landschaft!

  2. Einfach toll! Wenn man so hartnäckig ist wie du, erlebt man so etwas. Das sind unvergessliche Erlebnisse.

  3. Wunderschön!!!
    Ich würde das auch als Urlaub bezeichnen! Habt weiterhin so tolle Erlebnisse!
    LG aus dem trüben Graz

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