Gili Inseln

Wie viele Indonesier, nutzten wir das verlängerte Wochenende für eine weitere Erkundungsreise. Diesmal waren die Gili-Inseln vor Lombok, dem östlichen Nachbarn Balis, an der Reihe.
Wie Lombok selbst, erfreuen sich die drei kleinen Inseln vor der Nordwestküste der Hauptinsel immer größerer Beliebtheit, vor allem um den Massen auf Bali zu entkommen. Aber das wird mit jedem Tag schwieriger.

Wir wählten wieder einen Flug nach Bali, da die Flüge nach Lombok deutlich teurer waren, und verbrachten die Nacht in einem Hotel direkt außerhalb des Flughafengeländes um den aggressiven Taxigeiern zu entgehen. Am nächsten Morgen wollten wir ein frühes Boot von der nächstgelegenen Anlegestelle nehmen und so gegen Mittag auf den Gilis sein. Daraus wurde nichts. Die Anreise kostete uns beinahe den ganzen Tag und die Häfte der Zeit verbrachten wir mit Warten auf diverse Fahrzeuge, Fahrgäste oder die Lösung technischer Schwierigkeiten.

Doch kurz vor Sonnenuntergang legten wir endlich am Hafen von Gili Air an, machten uns schnurstracks auf den Weg zum nördlichen Teil der Insel und auf die Suche nach einer passenden Unterkunft. Nachdem wir uns gegen eine Art Hippie-Kommune entschieden hatten, in der Privatsphäre ein Schimpfwort zu sein schien, wählten wir die spießigere Alternative, ein Bungalow mit Meerblick. Wir bereuten die Entscheidung keine Sekunde lang. Auch der Preis war nicht wirklich höher, vermutlich zahlt man die nicht vorhandenen Türen und den fehlenden Strand in der ersten Unterkunft extra.

Mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages schlürften wir unsere 1,5 Cocktails und gingen vorbildlich früh ins Bett.

Über den darauffolgenden Tag gibt es nicht viel zu berichten. Aber das war auch das Ziel. Ein paar Bilder gibt es trotzdem.

Nach unserer zweiten Nacht auf Gili Air buchten wir eine Schnorchel-Tour, eine sehr beliebte Aktivität rund um die drei Inseln. Die Unterwasserwelt war im Vergleich zu unserem ersten Ausflug auf Nusa Lembongan nicht viel spektakulärer. Ein paar mehr Schildkröten und Fische haben wir gesehen. Dafür auch ein Vielfaches an schwimmenden oder vor-sich-hin-treibenden Zweibeinern. Die indonesischen Touristen erkennt man ganz gut an ihren grellen Schwimmwesten, die sie vor dem Untertauchen (und Nicht-wieder-Auftauchen) bewahren sollen. Wir hatten zwar diesmal nicht unser eigenes Boot und jede Menge Begleiter, dafür war der Trip auch länger und günstiger.

Am Nachmittag machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Hafen – der auch das Zentrum der Insel bildet – und organisierten uns zwei Fahrräder. Eine angenehme Eigenschaft der Insel ist das Fehlen motorisierter Fahrzeuge. Es gibt nur Elektro-Mopeds, Pferdekutschen und eben Fahrräder.

Mit letzteren lässt sich die Insel ausgezeichnet erkunden und umrunden. Außer man bleibt wieder einmal auf den sandigen Abschnitten des Weges stecken. Da ist es manchmal sogar besser auf den Strand auszuweichen. Aber nur manchmal.

Nach erneuten Sonnenuntergangscocktails durchquerten wir die Insel mit unseren Rädern auf der Suche nach Abendessen. Es war inzwischen dunkel und die vereinzelten kleinen Laternen beleuchteten den Weg gerade genug, um nicht ins Gebüsch abzudriften. Als plötzlich der Strom auf der ganzen Insel ausfiel, wurde es auf einen Schlag stockdunkel – und mucksmäuschenstill. Die Musik verstummte, die Menschen hielten inne und man konnte glauben, jemand hätte einen großen Pause-Knopf gedrückt. Aber es dauerte nicht lange, da wurden Handys zu Taschenlampen und Tischplatten zu Trommeln umfunktioniert und das Treiben ging weiter. So nervig Stromausfälle auch sein können (und sie sind in Indonesien und speziell auf kleinen Inseln nicht selten), so war dieser eine doch eine besondere Erfahrung.

Den letzten Vormittag verbrachten wir an einem einsameren Strand (ganz einsam ist so gut wie kein Strand der Insel) bevor es mit dem Schnellboot zurück nach Bali und mit dem Bus zur flughafennahen Unterkunft ging.

Zu sehr früher Stunde machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zum Flughafen, um den ersten Flieger nach Yogya zu erwischen. Abgesehen davon, dass wir beide schon zwischen 7 und halb 8 wieder in Uni und Schule sein mussten, hatte der frühe Flug noch den Vorteil, dass wir mit dem Sonnenaufgang Richtung Westen flogen und sich so ein traumhafter Blick auf die vielen Vulkane bot.

Trotz kleiner Verspätung des Fliegers schafften wir es auf die Minute genau, unsere jeweiligen Ziele zu erreichen.

Leider gab es bei unserer Rückkehr schlechte Nachrichten. Limy war in der Zwischenzeit gestorben. Und das Internet war immer noch defekt.

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2 thoughts on “Gili Inseln

  1. Sehr schöner Wochenendausflug! Nicht schlecht, wenn solche Urlaubsorte einfach um die Ecke sind 🙂

  2. Bist ein toller Fotograf, lieber Luki! Außerdem lernt ihr beide viele schöne neue Flecken kennen. Herrlich!

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